Life Guidance durch Himmel und Hölle
Alexander: „Ich liebe Dich!“ – Anna: „Ich liebe Dich!“ – Ein erster Wortwechsel in einer Gesellschaft der nahen Zukunft, in der nur das Wünschenswerte, Produktive möglich erscheint. Deshalb bedeuten Worte der Liebe so wenig wie jene der Kinderlieder; „Ich werde besser als ich selbst, ich greife nach dem Limit. Denn jeder hat die Wahl, das ist optimal“. Im Restaurant hören wir die Ärztin Anna, Ehefrau des Helden, sagen „Der Buchhalter kann seine Jobs nicht halten, […] seine Angst lässt ihn immer wieder versagen, […], ich kann ihm nicht sagen, dass ihm die Schlafburg nicht droht: sie droht ihm“ – „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins – aus dem Leben eines Minimumbeziehers“ – ironisiert ein Mitessender.
Noch ist der Film keine vier Minuten alt, Miniatur für Miniatur lernen wir die Dreiteilung der Welt von Morgen kennen: Leistungsträger*innen führen ein Leben im Wohlstand – die Mitte. Wer zurückfällt, dem droht die Schlafburg – die Hölle. Ein Nicht-Ort, aus allen Karten getilgt (wir werden den Wiener Karl-Marx Hof erkennen[1]), dort hausen die Minimumbezieher*innen, nehmen Psychopharmaka, erhalten den Trost der Kirche. Das Oben, der eigentliche Himmel, aber liegt jenseits der Arbeitsgesellschaft.
Jemand musste Alexander (gespielt von Fritz Karl) verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wird er eines Morgens von seinem Life Guide zu Hause besucht. Alexanders Frau Anna beschwört ihn, es nicht auf die leichte Schulter zu nehmen – die Unterstützung der Agentur Life Guidance kann nicht abgelehnt werden. Maßnahmen – wir sehen eine Kunsttherapiegruppe – müssen besucht werden. Gegen das Rating der Agentur gibt es keine Rechtsmittel. Wird die Stufe 5 vergeben, folgt die Verbannung in die Schlafburg.
Alexander wird den Kampf gegen das Verdikt von Life Guidance aufnehmen. Seine Handlungen bleiben nicht unbemerkt, sein Guide bestellt Alexander zu einer Filmvorführung ein, bei der ein Stück aus Alexanders Unbewusstem auf die Leinwand projiziert wird. Die Agentur weiß alles.
Als Alexander bemerkt, dass seine Frau ihn im Auftrag von Life Guidance ausspioniert, läuft er Amok. Er schlägt einen Angestellten des Unternehmens nieder, und sucht nach anderen Träumen, die ihm geraubt wurden. Er dringt in die verbotene Zone der Schlafburg ein, beginnt fast eine Affaire, erfährt vom Tod seines Vaters, und fährt in grenzenloser Wut die Straße hoch, zu einem Stück Wiener Wald namens „Am Himmel“. Dort will er Antworten von den eigentlich Mächtigen. Unvermittelt gerät er in eine Jagdgesellschaft der Superreichen, nur Männer (Waffenlobbist Mensdorff-Pouilly spielt sich selbst) und wird auf eine Jause eingeladen.
Dort steht Alexander wie ein Sängerknabe, während sich die alten Herren über die Unzufriedenheit der Leistungsklasse mokieren: Auf Alexanders „Sie haben ein mörderisches System installiert …!“ höhnen sie „Beschweren Sie sich beim Ombudsmann!“ „Jetzt habt ihr alles bekommen, was ihr wolltet, Nicht-rauchen, All-You-Can-Fuck, keine Transfette, Margen für Eure Pensionsvorsorge, Dachterrassen mit Panorama Blick!“ – „Markenware für alle, von Kinderhand gestickt!“ – „Einkommen ohne zu arbeiten, Gartenpartys mit Leuten, die man gar nicht kennt!“ – „Verkehrsberuhigung!“ „Bürgerbeteiligungsprojekte“ – „Kaffeekapseln!“ „Ihr habt geglaubt, dass ihr ohne zu arbeiten, euer Kapital vermehren könnt“.
Die Wahrheit wiegt schwer. Auf seinem Rückweg schlägt Alexander seinen Life Guide nieder, findet zurück nach Hause, flüchtet ins Ehebett: Wir hören Alexanders „Ich liebe Dich“ invon Annas „Ich liebe Dich“ ergänzt.
Wie in Dystopien häufig ist das Fehlende so wichtig wie das Gezeigte. Die Gesellschaft der Zukunft hat den Individuen jede Aggression – jedes Aufbegehren gegen eine Zumutung, jedes Zugreifen auf das Gewünschte – genommen. Wer Aggressionen zeigt, versündigt sich am Optimum. Ohne den eigenen Wünschen Formen zu geben – ohne das Risko, ein „Nein“ zu ernten – kommt es zu keinem Austausch, keiner Gestalt, keiner Beziehung. Das Leben – die Liebe – bleibt leer.
Gegen die Agentur Life Guidance gibt es keinen Instanzenzug, das Individuum kann nicht berufen. Entscheidender: Es ist das Kollektive abgeschafft. Alexander hat keine Freunde, er hat keine Kolleg*innen, keine Gemeinde, keine Kammer, keine Gewerkschaft, keine Partei – er gehört zur weißen Oberschicht, aber eigentlich gehört er nirgends hin. Das Politische ist ausgelöscht.
Arbeit selbst wird unsichtbar, wenn alles der Arbeit untergeordnet ist. Wo der Film arbeitende Menschen zeigt – die Spekulant*innen, die Kindergärtner*innen, die Kellner*innen, die Wachbeamt*innen, die Psychiater*innen, die Rezeptionist*innen, die Life Guides – scheint es immer so, als würde nicht gearbeitet, alles geschieht wie von selbst. Der Arbeit wird jede soziale Anerkennung genommen, alles Konflikthafte in ihr – jedes Leiden an ihr – wird zum Verschwinden gebracht.
Das AMS der Zukunft verwendet unsere Träume gegen uns, es weiß alles, entdeckt unser Bedürfnis, aggressiv zu sein, aber auch Wiedergutmachung zu üben. Wir sind nicht nur gut, das System nutzt das aus. Die Angst, dass die ödipale Konkurrenz – wir sahen Alexanders Traumbilder: der Sohn verschwört sich mit der Mutter gegen den Vater – und die rasende Eifersucht – der Sohn erstickt sein neugeborenes Geschwisterkind – außer Band geraten, lädt zur Unterwerfung ein. Unserem emotionalen Leben entwöhnt erzeugt jede Handlung im Affekt Übelkeit und in der Dystopie werden Vertreter*innen der helfenden Berufe – die Ärztin, der Psychiater, die Therapeutin, der Life Guide – Täter*innen. Sie helfen nicht uns, sondern dem System.
Das Unbewusste und seine Konflikte selbst erzeugt die Disposition – die Abwehrorganisation –, die sich der Kapitalismus zunutze machen kann. Die Herrschenden (am Himmel) haben leicht lachen – denn die Unterworfenen (in der Hölle), die wollen das so! Das Optimum schmeichelt dem individuellen Narzissmus, der uns vor Gefühlen wie Abhängigkeit, Neid, Wut, Hass und Trauer in Schutz nimmt. Solange es nur geht ein perfektes Leben, danach der Absturz ins nichts.
Die dystopische Gesellschaft ist gegen das individuelle Aufbegehren gewappnet: Alexanders Einbruch bei Life Guidance und selbst sein Mordversuch werden nicht bestraft, sondern wie nie geschehen behandelt: Alexander kommt davon, weil er wählt, weiterzuleben, als ob nichts passiert wäre. Die individuelle Einsicht ändert nichts, nicht einmal für das eigene Leben.
Ruth Maders Film ist ein hartes Stück Arbeit und verdient seinen Platz in der Geschichte von Arbeit im Film: die Qualität ihrer Dystopie liegt darin, dass ihre Wahrheit so schwer auszuhalten ist.
Günter Hefler arbeitet zu Fragen des Lebenslangen Lernens im internationalen Vergleich bei 3s Research & Consulting in Wien. Das Kino ist für ihn eine besonders wichtige Inspirationsquelle.
[1] Der Karl-Marx Hof – 1930 mit 748 Wohneinheiten und ausgedehnten Grünflächen – eröffnet ist der größte zusammenhängende Wohnungsbau der Welt und Symbol des öffentlichen Wohnungsbaus des „Roten Wiens“ schlechthin: Karl-Marx-Hof – Wikipedia.
Life Guidance, Ruth Mader, AT 2017

Filmstill, Life Guidance, AT 2017
© KGP Filmproduktion GmbH

Filmstill, Life Guidance, AT 2017
© KGP Filmproduktion GmbH

Filmstill, Life Guidance, AT 2017
© KGP Filmproduktion GmbH

Filmstill, Life Guidance, AT 2017
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Filmstill, Life Guidance, AT 2017
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Life Guidance durch Himmel und Hölle
Alexander: „Ich liebe Dich!“ – Anna: „Ich liebe Dich!“ – Ein erster Wortwechsel in einer Gesellschaft der nahen Zukunft, in der nur das Wünschenswerte, Produktive möglich erscheint. Deshalb bedeuten Worte der Liebe so wenig wie jene der Kinderlieder; „Ich werde besser als ich selbst, ich greife nach dem Limit. Denn jeder hat die Wahl, das ist optimal“. Im Restaurant hören wir die Ärztin Anna, Ehefrau des Helden, sagen „Der Buchhalter kann seine Jobs nicht halten, […] seine Angst lässt ihn immer wieder versagen, […], ich kann ihm nicht sagen, dass ihm die Schlafburg nicht droht: sie droht ihm“ – „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins – aus dem Leben eines Minimumbeziehers“ – ironisiert ein Mitessender.
Noch ist der Film keine vier Minuten alt, Miniatur für Miniatur lernen wir die Dreiteilung der Welt von Morgen kennen: Leistungsträger*innen führen ein Leben im Wohlstand – die Mitte. Wer zurückfällt, dem droht die Schlafburg – die Hölle. Ein Nicht-Ort, aus allen Karten getilgt (wir werden den Wiener Karl-Marx Hof erkennen[1]), dort hausen die Minimumbezieher*innen, nehmen Psychopharmaka, erhalten den Trost der Kirche. Das Oben, der eigentliche Himmel, aber liegt jenseits der Arbeitsgesellschaft.
Jemand musste Alexander (gespielt von Fritz Karl) verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wird er eines Morgens von seinem Life Guide zu Hause besucht. Alexanders Frau Anna beschwört ihn, es nicht auf die leichte Schulter zu nehmen – die Unterstützung der Agentur Life Guidance kann nicht abgelehnt werden. Maßnahmen – wir sehen eine Kunsttherapiegruppe – müssen besucht werden. Gegen das Rating der Agentur gibt es keine Rechtsmittel. Wird die Stufe 5 vergeben, folgt die Verbannung in die Schlafburg.
Alexander wird den Kampf gegen das Verdikt von Life Guidance aufnehmen. Seine Handlungen bleiben nicht unbemerkt, sein Guide bestellt Alexander zu einer Filmvorführung ein, bei der ein Stück aus Alexanders Unbewusstem auf die Leinwand projiziert wird. Die Agentur weiß alles.
Als Alexander bemerkt, dass seine Frau ihn im Auftrag von Life Guidance ausspioniert, läuft er Amok. Er schlägt einen Angestellten des Unternehmens nieder, und sucht nach anderen Träumen, die ihm geraubt wurden. Er dringt in die verbotene Zone der Schlafburg ein, beginnt fast eine Affaire, erfährt vom Tod seines Vaters, und fährt in grenzenloser Wut die Straße hoch, zu einem Stück Wiener Wald namens „Am Himmel“. Dort will er Antworten von den eigentlich Mächtigen. Unvermittelt gerät er in eine Jagdgesellschaft der Superreichen, nur Männer (Waffenlobbist Mensdorff-Pouilly spielt sich selbst) und wird auf eine Jause eingeladen.
Dort steht Alexander wie ein Sängerknabe, während sich die alten Herren über die Unzufriedenheit der Leistungsklasse mokieren: Auf Alexanders „Sie haben ein mörderisches System installiert …!“ höhnen sie „Beschweren Sie sich beim Ombudsmann!“ „Jetzt habt ihr alles bekommen, was ihr wolltet, Nicht-rauchen, All-You-Can-Fuck, keine Transfette, Margen für Eure Pensionsvorsorge, Dachterrassen mit Panorama Blick!“ – „Markenware für alle, von Kinderhand gestickt!“ – „Einkommen ohne zu arbeiten, Gartenpartys mit Leuten, die man gar nicht kennt!“ – „Verkehrsberuhigung!“ „Bürgerbeteiligungsprojekte“ – „Kaffeekapseln!“ „Ihr habt geglaubt, dass ihr ohne zu arbeiten, euer Kapital vermehren könnt“.
Die Wahrheit wiegt schwer. Auf seinem Rückweg schlägt Alexander seinen Life Guide nieder, findet zurück nach Hause, flüchtet ins Ehebett: Wir hören Alexanders „Ich liebe Dich“ invon Annas „Ich liebe Dich“ ergänzt.
Wie in Dystopien häufig ist das Fehlende so wichtig wie das Gezeigte. Die Gesellschaft der Zukunft hat den Individuen jede Aggression – jedes Aufbegehren gegen eine Zumutung, jedes Zugreifen auf das Gewünschte – genommen. Wer Aggressionen zeigt, versündigt sich am Optimum. Ohne den eigenen Wünschen Formen zu geben – ohne das Risko, ein „Nein“ zu ernten – kommt es zu keinem Austausch, keiner Gestalt, keiner Beziehung. Das Leben – die Liebe – bleibt leer.
Gegen die Agentur Life Guidance gibt es keinen Instanzenzug, das Individuum kann nicht berufen. Entscheidender: Es ist das Kollektive abgeschafft. Alexander hat keine Freunde, er hat keine Kolleg*innen, keine Gemeinde, keine Kammer, keine Gewerkschaft, keine Partei – er gehört zur weißen Oberschicht, aber eigentlich gehört er nirgends hin. Das Politische ist ausgelöscht.
Arbeit selbst wird unsichtbar, wenn alles der Arbeit untergeordnet ist. Wo der Film arbeitende Menschen zeigt – die Spekulant*innen, die Kindergärtner*innen, die Kellner*innen, die Wachbeamt*innen, die Psychiater*innen, die Rezeptionist*innen, die Life Guides – scheint es immer so, als würde nicht gearbeitet, alles geschieht wie von selbst. Der Arbeit wird jede soziale Anerkennung genommen, alles Konflikthafte in ihr – jedes Leiden an ihr – wird zum Verschwinden gebracht.
Das AMS der Zukunft verwendet unsere Träume gegen uns, es weiß alles, entdeckt unser Bedürfnis, aggressiv zu sein, aber auch Wiedergutmachung zu üben. Wir sind nicht nur gut, das System nutzt das aus. Die Angst, dass die ödipale Konkurrenz – wir sahen Alexanders Traumbilder: der Sohn verschwört sich mit der Mutter gegen den Vater – und die rasende Eifersucht – der Sohn erstickt sein neugeborenes Geschwisterkind – außer Band geraten, lädt zur Unterwerfung ein. Unserem emotionalen Leben entwöhnt erzeugt jede Handlung im Affekt Übelkeit und in der Dystopie werden Vertreter*innen der helfenden Berufe – die Ärztin, der Psychiater, die Therapeutin, der Life Guide – Täter*innen. Sie helfen nicht uns, sondern dem System.
Das Unbewusste und seine Konflikte selbst erzeugt die Disposition – die Abwehrorganisation –, die sich der Kapitalismus zunutze machen kann. Die Herrschenden (am Himmel) haben leicht lachen – denn die Unterworfenen (in der Hölle), die wollen das so! Das Optimum schmeichelt dem individuellen Narzissmus, der uns vor Gefühlen wie Abhängigkeit, Neid, Wut, Hass und Trauer in Schutz nimmt. Solange es nur geht ein perfektes Leben, danach der Absturz ins nichts.
Die dystopische Gesellschaft ist gegen das individuelle Aufbegehren gewappnet: Alexanders Einbruch bei Life Guidance und selbst sein Mordversuch werden nicht bestraft, sondern wie nie geschehen behandelt: Alexander kommt davon, weil er wählt, weiterzuleben, als ob nichts passiert wäre. Die individuelle Einsicht ändert nichts, nicht einmal für das eigene Leben.
Ruth Maders Film ist ein hartes Stück Arbeit und verdient seinen Platz in der Geschichte von Arbeit im Film: die Qualität ihrer Dystopie liegt darin, dass ihre Wahrheit so schwer auszuhalten ist.
Günter Hefler arbeitet zu Fragen des Lebenslangen Lernens im internationalen Vergleich bei 3s Research & Consulting in Wien. Das Kino ist für ihn eine besonders wichtige Inspirationsquelle.
[1] Der Karl-Marx Hof – 1930 mit 748 Wohneinheiten und ausgedehnten Grünflächen – eröffnet ist der größte zusammenhängende Wohnungsbau der Welt und Symbol des öffentlichen Wohnungsbaus des „Roten Wiens“ schlechthin: Karl-Marx-Hof – Wikipedia.
Life Guidance, Ruth Mader, AT 2017

Filmstill, Life Guidance, AT 2017
© KGP Filmproduktion GmbH

Filmstill, Life Guidance, AT 2017
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Filmstill, Life Guidance, AT 2017
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„Lohnt sich das?“ – Eine deutsche Kurzfilmreihe zu Beruf & Geld
Die Kurzfilmreihe „Lohnt sich das?“ des Bayrischen Rundfunks unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene bei der Berufswahl durch Berufsportraits, von der Glaserin bis zum Wirtschaftsprüfer, und lockt Zuschauende mit der zentralen Frage: Was verdient man da eigentlich dabei?
The Men of God’s Wonderful Railway
Von der harten Arbeit im Maschinenbau zu den Annehmlichkeiten der Konsumerlebniswelt – der Vergleich zweier gegensätzlicher Fernsehreportagen zeigt diesen Wirtschaftswandel „in a nutshell“.
Samurai des stillen Örtchens
In Perfect Days (2023) gelingt Wim Wenders das schier Unmögliche. Mit Hilfe des „Tokyo Toilets“-Projekts und in Gestalt eines Antiheld-Helden erschafft er das Ethos des Toilettenreinigers
Das Filmbild als de-subjektivierende Kraft, oder Klassenbildung im Film
The work of art is to dominate the spectator: the spectator is not to dominate the work of art. The spectator is to be receptive. He is to be the violin on which the master is to play. (Oscar Wilde, The Soul of Man Under Socialism)
Der Schmäh mit der Eigenverantwortung
Die schöne, zornige Gig Economy-Komödie „Erwarte nicht zu viel vom Ende der Welt“ (2023, Radu Jude) muss in Bukarest nicht lang nach Ausbeutungsverhältnissen suchen, sondern findet sie bereits unterwegs im Auto einer Produktionsassistentin.
Fischereipolitik und das Gesetz des Arbeitsunfalls
Die Serie ‚Blackport‘ (2021) arbeitet virtuos ein Stück isländische Wirtschaftsgeschichte rund um die Einführung der Fischereifangquoten auf. Dramatisch, amüsant und zugleich bildend spiegeln sich in diesem Mikrokosmos die Missstände der Welt.

Über diesen Blog
Mit der Auswahl eines Films oder eines Bildes veranschaulicht dieser Blog buchstäblich das weite Feld der Arbeit, Beschäftigung und Bildung in einer offenen Sammlung akademischer, künstlerischer und auch anekdotischer Erkenntnisse.
Über uns
Konrad Wakolbinger dreht Dokumentarfilme über Arbeit und Leben. Jörg Markowitsch forscht zu Bildung und Arbeit. Beide leben in Wien. Informationen zu Gastautoren und ‑autorinnen finden sich bei ihren jeweiligen Beiträgen
Über uns hinaus
Interesse an mehr? Wir haben hier Empfehlungen zu einschlägigen Festivals, Filmsammlungen und Literatur zusammengestellt.
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